Die Geschichte der Hubertusmesse

Letzten Freitag fand im Wiener Stephansdom wieder die alljährliche "Hubertusmesse" statt. Diese Messe ist ein Fest der Jägerschaft in Verbindung mit der kath. Kirche. Dabei werden die am Tag zuvor erschossenen Tiere in der Kirche aufgelegt um diese anschließend zu segnen und dem "heiligen Hubertus" zu gedenken. Hubertus und seine Geschichte hält dabei für diese als Begründung der Zeremonie her. Seine absurde Geschichte wird benutzt, und die eigentliche Moral aus dieser verzerrt.

Die Legende des Heiligen Hubertus ist eigentlich die Geschichte des Lehnsherren Placidus aus dem Jahre 100. Im 11.Jahrhundert wurde sie auf den Heiligen Hubertus übertragen. Seine Geschichte ist die folgende:

Nachdem Hubertus Frau im Kindbett gestorben war, begab er sich auf in die Welt, um seinen Schmerz zu vergessen. Als er eines Tages jagen ging, begegnete er einem Hirsch, als dieser sich plötzlich umdrehte sah er, dass er ein goldenes Kreuz zwischen seinem Geweih hatte. Gleichzeitig vernahm er eine warnende Stimme, die fragte warum er das Tier verfolgt. Der Jäger interpretierte daraufhin den Hirsch als Reinkarnation Gottes und entsagte der Jagd. Nach diesem Ereignis begab er sich auf dem Weg zum Papst nach Rom, begegnete jedoch einem Bischof, dem er seine Geschichte erzählte. Dieser weihte ihn daraufhin zu seinem Nachfolger. Und so soll es dazu gekommen sein, dass er den Rest seines Lebens in Klöstern verbrachte. Nach seinem Tod wurde ihm zu ehren das Kloster Hubertus erbaut, in dem auch seine Überreste liegen. Seit dem wird der "Heilige Hubertus" meist mit Jagdhund und mit einem Schwert bewaffnet kniend vor dem "heiligen Hirsch" dargestellt. Er gilt in manchen religiösen Kreisen und in der Jagdgesellschaft (welch eng mit der kath. Kirche verbunden ist) bis heute als Schutzpatron der Jäger und des Waldes.

 

Demobericht

Am Abend vor der Messe fanden sich trotz des kalten und nassen Wetters an die 30 motivierte Tierrechtler_innen am Stephansplatz ein, um gegen die Hubertusmesse und die Jagdindustrie im allgemeinen zu demonstrieren.

Die Aktivist_innen bildeten aus diversen Anti-Jagd-Transparenten eine Wand vor dem Eingang des Stephandoms und taten lautstark kund, was sie von der Jagd halten. Demosprüche wie “Kulturschande Jagd- zurück in die Steinzeit und raus aus dem Wald- ihr Jägerpack” oder “Für die Freiheit, für das Leben- Jäger von der Straße fegen” wurden dabei skandiert.

Auf der Demo ging es dabei grundsätzlich nicht nur um das sinnlose Lustmorden, sondern die Kritik galt auch den patriachalen Herrschaftstrukturen und der rechten Ideologie, die durch die Jägerschaft reproduziert werden.

Hinter den Aktivist_innen hatte der Verein gegen Tierfabriken eine Leinwand aufgebaut, der einen jagdkritischen Film zeigte.

Neben zahlreichen sinnlosen und aggressiven Kommentaren von Jagdanhänger_innen, die sich angegriffen gefühlt hatten, kamen auch mindestens so zahlreiche Passant_innen vorbei, die sich neugierig informierten und positiv auf unsere Aktion reagierten. Nachdem sich alle Messeteilnehmer_innen im Dom versammelt hatten, begaben sich die Demonstrant_innen hinter die Kirche. Dort warteten sie auf das Herauskommen der Messeteilnehmer_innen um ihnen beim nochmals lautstark mitzuteilen, was sie von ihnen halten.

Als die Messe dann endlich zu Ende war, strömten die Messeanhänger_innen unter dem Lärm eines Blasorchesters und den Stimmen der Demoteilnehmner_innen ins Nebenhaus, wo sie ein “Festessen”-hauptsächlich bestehend aus diversen Leichenteilen von waldbewohnenden Tieren- erwarteten.

Gegen Ende wurden die Aktivist_innen von der sichtbar gut gelaunten Polizei aufgefordert zu gehen. Diese ließen sich von diesen jedoch nicht beirren und bewegten sich nur langsam weg.

Alles in allem kann Mensch sagen, dass die Demo nicht zuletzt auch dank dem Fernbleiben der Sekte "Universelles Leben" (im Vergleich zu den letzten Jahren) samt ihrer mehr als höchst fragwürdigen und ekelhaften Ideologie zu einem symbolischem und lautstarkem Erfolg wurde.

Weiterführende Links

Fakten rund ums sinnlose Lustmorden aus Tierrechts- und Umweltschutzperspektive vom VGT:

www.vgt.at/jagd/fakten.php

 

Über das Verhältnis von Patriachat und Jagd:

projekte.free.de/hah/cms/index.php