Linz: Starke solidarische Antwort auf Polizeigewalt!

Wollten uns die Behörden mit dem gewalttätigen Angriff auf die 1. Mai Demo einschüchtern? Ging es darum Menschen von zukünftigen Protesten abzuhalten? Ganz sicher.

Aber seit Freitag ist klar: Dieses Ziel ist vorläufig misslungen!

Bereits am Vormittag gab es eine erfolgreiche Medienaktion und eine Pressekonferenz des "Bündnisses gegen Polizeigewalt" einem Bündnis dem inzwischen mehr als 130 Organisationen angehören.

Der Höhepunkt war eine erfolgreiche Demo am Nachmittag. Eine für Linzerverhältnisse große Demonstration zog bei gutem Wetter über die Nibelungen Brücke. OptimistInnen schätzen mehr als 2000 DemonstrantInnen die Oberösterreichischen Nachrichten schätzen 500 (eine Schätzung die schon durch das Video der oön widerlegt wird), rund 1500 waren es sicher.

Der Demozug war laut und kämpferisch, die anwesenden PolizistInnen übertrieben höflich, zuvorkommend und mit dem einen oder anderen billigen Trick um Anbiederung bemüht.

Auffallend war die Zusammensetzung: viele junge Leute, viele StudentInnen (vor allem von der Linzer Kunstuni), viele GewerkschafterInnen und erboste SozialdemokratInnen. Dazu viele Menschen aus dem "Aktionskomitee 1. Mai", insbesondere von SLP (Sozialistische LinksPartei), ATIGF (Föderation der Arbeiter und Studenten aus der Türkei in Österreich), FAS (Förderration der ArbeiterInnen-Syndikate), Maiz (Autonomes Integrationszentrum von & für Migrantinnen) und KPÖ (Kommunistische Partei Österreich). Bei der Abschluss Kundgebung am Hauptplatz ergriff ein älterer Herr das Wort, der sich selbst als "Normalbürger" bezeichnete, und sein Schock über die Vorkommnisse am 1.5. zum Ausdruck brachte. Er forderte alle auf gemeinsam zu kämpfen, dass es nie zu einem Innenminister Strache kommt.

In einem gemeinsamen Redebeitrag von Rosa, Jonas und Michi für die SLP wurde betont: "Wer uns niederschlägt muss damit rechnen, dass wir stärker aufstehen - der starke solidarische Widerstand gegen die Polizeigewalt ist ein Beweis dafür." Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise werden auch in Linz und Österreich zu harten sozialen Auseinandersetzungen führen. Die Verteidigung der 1. Mai Demo und die starke Demo am 8.5. sind eine gute Vorbereitung darauf.

Einziger Wermutstropfen des Tages: Das große "Bündnis gegen Polizeigewalt" konnte sich nicht durchringen, die Demo zu unterstützten. Sie wurde spontan von einigen Privatpersonen organisiert, umso erfolgreicher die TeilnehmerInnenzahl in so kurzer Zeit. Der Aufbau eines Aktionskomitees zur Planung nächster Aktionen sollte ein nächster Schritt sein.

 

Videos:

Rede Can und SLP: www.youtube.com/watch

Demozug Rathaus: www.youtube.com/watch

Demozug Hauptplatz: www.youtube.com/watch

Demozug Nibelungenbrücke: www.youtube.com/watch