Rettet die Meere !

 

Laufend treffen immer schockierendere Meldungen bezüglich des momentanen Zustandes der Weltmeere ein. “Weltmeere immer mehr ausgebeutet” lautet zum Beispiel der Titel eines aktuellen Artikels von ORF Science vom 02.03.2009. Es wird Zeit, die Aufmerksamkeit auch auf Lebensräume zu richten, die mit unserem Alltag hier in Österreich scheinbar wenig zu tun haben. Deswegen beschäftigt sich eine Aktivistin von SAVE in der Reihe “Aquatische Lebensräume - Verborgene Welten” mit diesem umfangreichen sowie brisanten Thema.

 

Ausbeutung durch Überfischung

 

Ein rezenter Bericht der FAO (UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft) bringt bedrückende Tatsachen ans Tageslicht: 80% der weltweiten Fischbestände seien bereits überfischt oder bis ans äußerste Limit ausgebeutet. Als besonders Besorgnis erregend ist wohl die maßlose Überfischung in weiten Bereichen im nordwestlichen Atlantik, im westlichen Indischen Ozean und im Nordwesten des Pazifiks einzustufen. Hier haben Produktionsrekorde Vorrang gegenüber Nachhaltigkeit.

 

Auch Umweltorganisationen wie der WWF und Greenpeace melden sich mahnend zu Wort. Laut einer Mitarbeiterin des WWF sei die weltweite Fischerei ein Verlustgeschäft für Mensch und Natur und drohe bis Mitte dieses Jahrhunderts zur Gänze zusammenzubrechen. Als unbedingt notwendig werden die Einhaltung verbindlicher Richtlinien und “neue Instrumente gegen Überfischung” angesehen.

 

ÖkologInnen warnen: Fischkonsum leert Ozeane

 

Menschen konsumieren mehr als die doppelte Menge an Fischleichen, wie es für die Ökosysteme der Weltmeere tragbar wäre. Dies führt eine Untersuchung spanischer und italienischer Forscher vor Augen. Die Überfischung hat vor ca. 50 Jahren eingesetzt und hätte seit daher ihren dramatischen Lauf genommen. Die Forscher fordern eine drastische Reduzierung der Fangquoten sowie die Eliminierung illegaler Fischerei. Außerdem sei es unbedingt notwendig, unerwünschte “Beifänge” zumindest zu minimieren.

 

Lästige Beifänge - Sinnloses Gemetzel unter Wasser

 

Laut Aussagen des WWF würden allein in der Nordsee jährlich ca. “1 Million Tonnen vermarktungsfähige Fische und andere Meerestiere” nach den erbarmungslosen Raubzügen wieder - tot - ins Meer geworfen. Diese Tiere haben den Fehler begangen, bei der Jagd nach anderen Arten den Fischern zufällig ins Netz zu gehen. So werden auch nicht gewünschte Fische wie Haie und Rochen, aber auch Wale, Delphine, Schildkröten und Seevögel als so genannter “Beifang” gefangen und verlieren sinnlos ihr Leben.

 

Mehr als lebloses Material

 

Die Angabe des WWF zeigt übrigens, dass auch für “wohlwollende” Umweltvereine und -stiftungen das (nichtmenschliche) Individuum nicht viel zählt, es wird von Fischen und anderen Meeresbewohnern respektlos in “Tonnen” gesprochen. Es handelt sich weder bei den zum Verzehr bestimmten Fischen, noch bei sinnlos getöteten Meeresbewohnern um lebloses Material. Nichtmenschliche Tiere sind nicht dazu da, um von Menschen ausgenutzt und ausgebeutet zu werden, genauso wenig wie Frauen dazu da sind, Männern zu dienen.

 

Fakt ist: Aufgrund reiner Profitgier werden Milliarden von Lebewesen auf grauenvolle Art und Weise abgeschlachtet! Nur weil dies geradezu unbemerkt unter der Wasseroberfläche geschieht, bedeutet dies noch lange nicht, dass dies weniger tragisch wäre. Wir schauen nicht weg! Dieses unverantwortliche Verhalten wird von uns nicht geduldet!

 

To be continued…

 

Im nächsten Artikel der Reihe “Aquatische Lebensräume - Verborgene Welten” werden häufig gestellte Fragen zur Fischerei behandelt und aufgeklärt, ob Fische - wie wir Säugetiere - über ein Schmerzempfinden verfügen.

 

 

J.P.